Ein neuer Staat?

Schon lange wird eine Lösung für den Nahostkonflikt gesucht. Soll es eine Zweistaatenlösung sein, wie es die EU und andere seit langem fordern? Ist das noch möglich bei etwa 700.000 jüdischen Siedlern in der palästinensischen Westbank? Oder doch eine Einstaatenlösung, bei der Palästina in den Staat Israel integriert werden würde. Was heißt das für den jüdischen Staat Israel, wenn alle Palästinenser – wie auch immer genau- irgendwie dazugehören?

Diese Modelle werden seit langem diskutiert. Bekanntlich bereitet Donald Trump ja seit 2 Jahren seinen ultimativen Deal zur Lösung des Konflikts vor, mit dem er in die Geschichtsbücher eingehen möchte. Jetzt, wo Benjamin Netanjahu als israelischer Ministerpräsident bestätigt ist, soll dieser Plan wohl im Mai vorgelegt werden. Es gibt hier viele Gerüchte und große Sorgen. Wenn Trump und Netanjahu sich einigen über die Zukunft Palästinas, was an sich ja schon paradox ist, kann für die Palästinenser kaum etwas Gutes dabei herauskommen. Die Spannung ist groß.

Ein sehr origineller Lösungsvorschlag begegnet uns hier häufiger: Die „New state solution“, die von israelischer Seite sehr stark beworben wird. Eine Mischung aus Druck und Verlockung für die Palästinenser in der Westbank, in Gaza und in den Flüchtlingslagern der umliegenden Staaten: Ein boomender Palästinenserstaat soll in Gaza und einem Teil der Sinaihalbinsel entstehen. Dorthin sollen die palästinensischen Massen dann strömen (oder getrieben werden?), so dass die Westbank ganz oder teilweise an Israel gehen kann, wie es Netanjahu bereits angekündigt hat. Ein Werbefilm für diese Idee, der in palästinensischen Kreisen Irritation und Schrecken ausgelöst hat: http://www.youtube.com/watch?v=ZlkBOMFK03A

Die christlichen Palästinenser haben in den letzten Jahrzehnten sehr zahlreich das Land verlassen, so dass ihr Bevölkerungsanteil auf unter einem Prozent gesunken ist. In letzter Zeit versucht die muslimisch geprägte Palästinensische Autonomiebehörde wohl gegenzusteuern, indem sie z.B. die Renovierung christlicher Kirchen in Beit Jala finanziell fördert. Würden sie ihre Heimat freiwillig verlassen, um in einen neuen palästinensischen Staat überzusiedeln? Schwer vorstellbar!

So wird uns unser Austausch auch in den nächsten Jahren wohl nicht nach Gaza oder in den Sinai, sondern nach Beit Jala bei Bethlehem führen.

Kalle Peitzmann

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